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teneriffa eins

wir saßen an einem kalten, regnerischen morgen, irgendwo in süddeutschland, in einem flugzeug, dass kurz davor war zu starten. ich spürte plötzlich ein kribbeln im bauch und gluckste vor mich hin. wir waren wirklich hier. dort. jedenfalls im flugzeug und gleich würde das flugzeug nach teneriffa starten. ich lachte mein reisemädchen an und sagte: „gleich fliegen wir los! ahhhh! wir tun es wirklich! juhu!!!“

einige wochen vorher…es war winter, ich hatte große träume und noch alte überzeugungen in mir die dachten dies und jenes sei nicht möglich. ich nahm im dezember 2019 online an einem programm teil, in dem ich die seelenausrichtung kennenlernte und raum zu schaffen für die impulse meiner seele. es machte mir große freude und eines tages kam der impuls, nach teneriffa zu fliegen. die leiterin des programms hatte dort ein seminar angekündigt.

als ich das erste mal davon hörte, war für mich klar, dass das momentan nicht in frage kommt. soviel geld hatte ich da nicht einfach zur verfügung, und mit an- und abreise, unterkunft und seminargebühr kam bestimmt einiges zusammen. das war der kopf der das zu mir sagte, als ich mich fragte, ob ich dorthin möchte.

dann tauchte diese frage wochen später wieder auf und ich merkte: ja, eigentlich würde ich gerne teilnehmen. aber wie bloß realisieren? also hakte ich es innerlich wieder ab, gleichzeitig ließ es mich nicht wirklich los. und dann kam dieser impuls. es ist dran dahin zu fahren. zu dem zeitpunkt hatte ich nur das geld für die flüge mit ryanair und ich wusste, ich musste gleich buchen sonst würde ich es doch wieder nicht tun. ich recherchierte wie wild und buchte dann schon mal die flüge. ich war aufgeregt.

dann kam der teil in dem ich rechnete und rechnete. wieviel geld würden wir wirklich brauchen? wer würde mir welches leihen? was konnte ich nun tun um diese reise auch wirklich anzutreten mit meinem reisemädchen?

nachdem ich erst einige menschen gefragt hatte, ob sie mir geld leihen würden, die das nicht tun wollten und ich schon ans aufgeben dachte, fiel mir noch eine freundin ein, die ich fragen könnte. sie sagte sofort ja und ich war super glücklich! die reise würde stattfinden und es gab einiges zu organisieren.

da wir ja ganz im norden von deutschland wohnen brauchten wir also zugtickets in den süden, nach memmingen. dort eine übernachtung, in fußläufiger entfernung vom flughafen, da dass flugzeug frühmorgens starten würde. das ganze dann nochmal auf der rückreise, da wir erst am nachmittag wieder in deutschland landen würden. auf teneriffa wollte ich ohne mietwagen auskommen, da sowieso mitten in der einen woche die wir dort sein würden das seminar für 3 tage war, wo wir die ganze zeit im hotel sein würden. außerdem las ich, dass der öffentliche busverkehr auf teneriffa sehr gut ausgebaut ist und auch günstig. ich finde es toll mit den öffentlichen verkehrsmitteln zu reisen. so kann ich mit reisemädchen gemeinsam aus dem fenster schauen, spielen und lesen.

auf teneriffa war das seminar in einem hotel direkt am meer. es war so ein hotel wie ich es früher nie gebucht hätte. zu groß, zu teuer, zu viele menschen und zu wenig natur fand ich immer. dieses mal war klar, dass es sinn machen würde in diesem hotel zu sein, um leicht an dem seminar teilnehmen zu können. ich hatte mir ein paar bilder des hotels bei dm ausgedruckt, um mir diese reise zu manifestieren und mir immer wieder vorgestellt, wie wir in diesem hotel zu gast sein würden und ich von dort auf`s meer schaute. das mit dem meerblick klappte dann nicht so richtig wie vorgestellt, aber das ist vielleicht einfach eine andere geschichte.

zugfahrten, übernachtungen am flughafen, flug, hotel und seminarteilnahme standen. das war die basis. bis zu dem seminar hatte ich noch versucht jemanden zu finden der mitfliegen würde, um die drei tage des seminars für reisemädchen da zu sein. das hatte nicht geklappt. ich wusste nur, dass einige der anderen teilnehmerinnen auch mit familie kommen würden. allerdings, wer mit kindern kam, kam auch mit partner/in. ich beschloss auch ohne gesicherte kinderbetreuung zu fahren. notfalls könnte ich eben nicht an dem seminar in allen teilen teilnehmen. auf alle fälle hatten wir eine woche auf teneriffa in einem hotel direkt am meer vor uns. solches reisen war ganz neu für mich. mitten im winter ins warme!

wir hatten eine sehr lange und schöne anreise mit der bahn nach memmingen. so um die 10 stunden waren wir unterwegs. und es lief richtig gut. reisemädchen und ich genossen die zeit. manchmal schaute ich auch auf die uhr und rechnete wir lange wir noch unterwegs waren. alles in allem war aber diese zugreise sehr entspannt und ich hatte danach auch nicht das gefühl, so lange unterwegs gewesen zu sein. in memmingen am bahnhof mussten wir einige zeit auf den bus warten, da merkte ich dann meine müdigkeit. als wir in der nähe vom flughafen aus dem bus stiegen regnete es stetig und wir liefen erst noch zum falschen hotel. also ging es nochmal in den regen und wir kamen zu unserem hotel, bzw. eher hostel, ganz nah am flughafen. dort funktionierte alles mit technik. die anmeldung an einem computer, die zimmertür mit einem modernen zahlenschloss. ich hatte so etwas noch nie erlebt, dass da gar niemand ist, der dort arbeitet und fand es irgendwie schräg. es war trotzdem okay so.

wir waren ja sowieso müde, hungrig und hatten auch lust uns noch zu bewegen. also besahen wir unser zimmer und liefen dann los, um den weg zum flughafen zu finden und nahmen einen großen umweg. zurück entdeckten wir den mittellangen und erst am nächsten morgen den kürzesten weg. da regnete es schon wieder, oder immer noch, aber so richtig. gemischt mit schnee. es war richtig kalt und ungemütlich draußen als wir morgens gegen 5 uhr zum flughafen liefen.

und dann saßen wir im flugzeug und ich dankte mir für meine leistung. alles organisieren, vor allem auch die finanzierung, die reisestationen und gleichzeitig im alltag für mein reisemädchen da zu sein. wow! ja!!! ich habe es geschafft und war und bin richtig stolz auf mich.
früher, bevor ich selbst mutter wurde, hatte ich keine ahnung was mütter, und väter alles so zu organisieren und zu stemmen haben.
dies würde unsere erste gemeinsame flugreise sein und überhaupt die erste „richtige“ reise allein gemeinsam nach meiner langen zeit mit schmerzen, operation und krücken.

die fortsetzung findest du hier.

liebe grüße, katharina

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